Aktuelles

Anleitung zum Verschicken ihrer Vorschläge
für eine Seite des Gemeindebriefes

17.10.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Freuden stellen wir fest, dass der Gemeindebrief unserer Gemeinde gern gelesen wird. Auch sind wir froh über die zahlreichen Artikel und Vorschläge zur Gestaltung des Gemeindebriefes. Leider mussten wir jedoch feststellen, dass einige Verfasser oder Autoren, trotz wiederholter Bitte, uns ihre Dateien nicht in optimaler Form zukommen ließen. Deshalb haben wir hier eine kleine Anleitung für sie vorbereitet:

Was braucht es alles, um einen Artikel  in den Gemeindebrief einzustellen?
Als erstes natürlich die Idee, also die Vorstellung wie der Artikel am Ende aussehen soll. Dies kann uns gerne als PDF-Datei zugeschickt werden.
PDF-Dateien können wir nicht ohne, teilweise enormen, Qualitätsverlust im Layoutprogramm verwenden.
Als zweites bräuchten wir demnach die Bilder für den Artikel. Gut geeignet sind jpg- Formate.
Zu guter Letzt bräuchten wir dann den Text, am besten schon korrigiert, als Text-Dokument.
Die Bilder können wir uns aus den PDF-Dateien kopieren, auch wenn es Mühe macht. Die Texte müssen wir meist abschreiben, weil hier der Text beim Kopieren ins Layoutprogramm verschwimmt.
Besonders arbeitsintensiv sind schreibgeschützte PDF-Dateien. 

Nochmals eine kurze Zusammenfassung:
1.) Vorlage (gern als PDF oder sonst was)
2.) Bild-Dateien zum Artikel(.jpg)
3.) Text-Datei zum Artikel(odt, doc, txt o.ä.)

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Redaktionsteam

PS:
Falls sie keinerlei Idee oder explizieten Wunsch für ihren schon fertigen Artikel haben, entfallen natürlich Punkt 1) und 2).
Falls sie keinerlei Idee haben, entfallen natürlich alle Punkte. Aber...
dann entfällt auch irgendwann der Gemeindebrief :-(

Masern

Jugendliche sind in Essen-Katernberg an Masern erkrankt

Zwei Jugendliche sind in Essen-Katernberg an Masern erkrankt. Die Evangelische Kirchengemeinde muss ihr Nachbarschaftsgemeindefest absagen.

Die Masern breiten sich nach dem ersten Todesfall vor zehn Tagen weiter mit ungewöhnlichem Tempo in Essen aus. Gab es nach Angaben des Gesundheitsamtes vor einer Woche noch 32 bekannte Fälle in der Stadt, sind es mittlerweile schon 53. „Das ist die zweithöchste Masernzahl in ganz Deutschland“, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes, Rainer Kundt.

Zwar liege Essen noch weit hinter jenen 270 Fällen, die aktuell in Duisburg registriert sind, „doch wir erleben hier eine gewisse Dynamik“, sagt Kundt. Aktuell sorgen Fälle in Katernberg für Unruhe: Betroffen sind dort zwei Jugendliche, die in der evangelischen Gemeinde an der Josef-Hoeren-Straße aktiv sind. Das hat nun Folgen vor Ort: Das für das Pfingst-Wochenende geplante Gemeindefest wurde abgesagt, das Jugendhaus bleibt bis zum 17. Juni geschlossen.

Gemeinde möchte kein Risiko eingehen

„Wir hatten eine tolle Band engagiert und 200 bis 300 Besucher erwartet. Die Absage ist schade“, sagt Pfarrer Frank-Dieter Leich von der evangelischen Gemeinde Katernberg. Andererseits habe man im Stadtteil den tragischen Tod der 37 Jahre Mutter erlebt: „Da wollten wir auf keinen Fall etwas riskieren; und wir können ja schlecht den Impfstatus aller Gäste kontrollieren.“ Daher habe man auch der Schließung des Jugendhauses zugestimmt, zu dessen Besuchern die beiden Betroffenen zählten.

Gesundheitsamtsleiter Kundt lobt, wie rasch und kooperativ die Gemeinde reagiert habe. Nicht nur die Erkrankung selbst, auch der Verdacht auf Masern sei übrigens meldepflichtig. Auch weil die Kinderkrankheit bereits Tage bevor sie sichtbar wird, ansteckend ist. „Wir fragen jedesmal, wo sich die Patienten aufgehalten haben, mit wem sie in Kontakt waren.“ Im jetzigen Fall sei man dabei nicht nur auf die Gemeinde in Katernberg gestoßen: „Die beiden waren gerade auch beim Kirchentag in Berlin – in dem Trubel können sich natürlich leicht auch andere angesteckt haben.“

Proben wurden ans Robert-Koch-Institut geschickt

Einen Teil der Probe, mit der die Masern bei den Essener Jugendlichen festgestellt wurde, habe man ans Robert-Koch-Institut in Berlin geschickt. Das ist für Krankheitsüberwachung und Prävention in ganz Deutschland zuständig und kann durch die Typisierung des Virus’ feststellen, welchen Weg ein Masernstamm genommen hat.

Kundt findet solche Erkenntnisse aufschlussreich, erstes Mittel gegen eine weitere Verbreitung der Krankheit sei jetzt aber ein guter Impfschutz. Jeder, der hier Zweifel habe, solle seinen Hausarzt aufsuchen. Er empfehle übrigens zwei Impfungen. Masernerkrankungen könnten gerade bei Erwachsenen heftig verlaufen und schlimmstenfalls tödliche Folgen haben.

Auch deshalb habe man im aktuellen Fall zu der Absage der Gemeindefestes geraten und könne sogar zeitweilige Berufsverbote erteilen, wenn zum Beispiel Pflegepersonal erkrankt. Pfarrer Leich ist ganz auf Kundts Linie: „Unser Fest können wir ja nachholen.“


Katernberger Bürgerzentrum hat bundesweit Vorbildcharakter
Marvin Droste

Essen-Katernberg.   Seit zehn Jahren ist das Bürgerzentrum Kontakt in Essen-Katernberg eine wichtige Anlaufstelle im Stadtteil. Warum das Projekt funktioniert.

 

Wohnzimmer, Beratungsstelle, Zufluchtsort – die Beschreibungsmöglichkeiten des Bürgerzentrums Kontakt sind vielfältig. Rund 500 Menschen suchen es wöchentlich auf – ein Spitzenwert. Dass der Treffpunkt im Herzen Katernbergs nun bereits seit zehn Jahren besteht, feierten die Verantwortlichen zusammen mit den Bewohnern des Stadtteils am Wochenende auf dem Katernberger Markt.
Zwar ist das Bürgerzentrum heute Dreh- und Angelpunkt des „Stadtteilprojektes Katernberg“ – die Idee einer zentralisierten Stadtteil-Sozialarbeit ist jedoch schon älter. Thomas Rüth von der Awo erklärt: „Die Idee eines Stadtteilprojektes in Katernberg ist bereits vor rund 30 Jahren entstanden, als die letzten Kumpels auf Zollverein einfuhren und man befürchtete, dass der Stadtteil kippen könnte, wenn ein Großteil der Bewohner arbeitslos würde. Dies ist glücklicherweise verhindert worden.“
Zunächst war man dezentral im Stadtteil tätig, unterhielt zwei kleinere Standorte. Das Bürgerzentrum in seiner heutigen Form geht vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde zurück, der das Gebäude im Schatten des Bergmannsdoms gehört. Zu weiteren wichtigen finanziellen und strukturellen Partnern wurden neben der Jugendhilfe die Stadt Essen, die Awo und die Uni Duisburg-Essen, die Sozialarbeiter beim Stadtteilprojekt ausbilden lässt.

Fördermittel von Land und Bund

„Dass wir durch die Unterstützung dieser Institutionen und auch durch großzügige Fördermittel von Land und Bund in der Lage waren, mit dem Kontakt eine zentrale Anlaufstelle einzurichten, war entscheidend für den Erfolg des Projektes“, erklärt Rüth. Denn: „Identifikation mit dem eigenen Stadtteil braucht einen Raum!“
Das sei in Katernberg hervorragend gelungen. Paul Hendricks, Koordinator des Stadtteilprojektes, berichtet: „Die Menschen nehmen das Angebot des Bürgerzentrums an, sagen, ‚das ist für uns‘.“ Thomas Rüth pflichtet dem bei: „Sicher ist genau das der Schlüssel zum Erfolg des Projektes. Wenn man keine Identifikation schaffen kann, verliert man die Leute. Katernberg ist sicherlich nicht frei von Problemen, aber wir haben eine geringe Durchwanderungsrate. Der Katernberger lebt insgesamt gerne hier.“

Identifikation ist ein wichtiges Schlüsselwort

Gerade in einem multikulturellen Stadtteil ist Identifikation ein wichtiges Schlüsselwort. Dass in Katernberg Integration gelebt wird, werden die Verantwortlichen nicht müde zu betonen. Rüth: „Das Bürgerzentrum ist auch ein Ort, an dem Unterschiedlichkeit möglich ist, der Treff der Kulturen ist kein konfliktfreier Prozess, aber einer im respektvollen Austausch.“
Identifikation und Integration als Kitt, der einen sozial teils schwierigen Stadtteil zusammenhält – dieses Modell stieß auch außerhalb Essens auf Interesse. „In Berlin-Neukölln beispielsweise hat man unser Projekt adoptiert“, berichtet Paul Hendricks nicht ohne Stolz.
Für einen weiteren wichtigen Faktor – die Kontinuität – sind durch das zehnjährige Bestehen wohl beste Voraussetzungen vorhanden. Oder wie Paul Hendricks es selbst formuliert: „Wo ich uns in zehn Jahren sehe? Na, in erster Linie am Katernberger Markt!“
 

Buchhandlung „Katzensprung“ verlässt Mitte Juli Katernberg

Petra Treiber

 

„Hätten Sie mal gerade leihweise einen Stift?“ Der junge Mann betritt zögernd den kleinen Bücher- und Schreibwarenladen an der Hanielstraße in Katernberg. Elke Zepig winkt ihn herein. „Ja sicher“, sagt sie und reicht ihm einen Kuli. „Oft bin ich hier Anlaufstelle für alles mögliche. Dass mal jemand telefonieren möchte oder gerade nicht weiß, wie spät es ist.“ Für die 54-Jährige eine Selbstverständlichkeit, dass sie hilft.
„Dieser Kontakt zu den Menschen, das wird mir schon fehlen“, sagt sie. Im Sommer, nach nunmehr 13 Jahren, wird Elke Zepig nämlich ihren Laden „Katzensprung“ schließen.

Markanter Einbruch beim Schulbuchverkauf

Warum? „Es wird immer weniger. Es ist das Phänomen, mit dem so gut wie alle Einzelhändler zu kämpfen haben: Die Leute lassen sich beraten und bestellen dann im Internet.“ Die Gewinnmarge schrumpft mehr und mehr. „Ganz konkret merke ich es bei den Schulbüchern. Die Schulen wissen ja, dass ich alles für den Unterricht da habe oder bestellen kann. Aber die Eltern kommen nicht mehr. Vor allem die Grundschüler bleiben weg. Da ging die Kurve im August richtig runter, haben wir gemerkt.“
Das macht die gelernte Buchhändlerin schon ein wenig traurig. Denn den Kindern Literatur mit an die Hand zu geben, die sie durchs Leben begleitet, dass findet sie wichtig und das macht sie gern. Noch sind die Bücherregale gut gefüllt, nachgeordert wird aber nicht mehr. Auch die Schreibwaren werden sich nach und nach reduzieren, „irgendwann mache ich dann einen Ausverkauf“. Es sei übrigens falsch, dass die Discounter in punkto Schreibwaren günstiger seien. „Ein Vorurteil, das aber dazu führt, dass ich immer weniger Nachfrage nach Heften und Schreibaccessoires habe.“

Kleine literarische Anlaufstelle

Vor 13 Jahren war das noch ganz anders. Da wagte die Buchhändlerin nach vielen Jahren Erfahrung im Ein- und Verkauf den Schritt in die Selbstständigkeit und begründete mit dem Laden „Katzensprung“ eine kleine literarische Anlaufstelle im Viertel. Eine Anlaufstelle, die bislang fehlte. „Auf den Festen war ich auch immer mit einem Stand vertreten, die Leute kennen mich.“
Auf den 45 Quadratmetern im Laden an der Hanielstraße bietet sie seither Lesens- und Wissenswertes sowie Bastel- und Schreibbedarf an. „Die Menschen hier sind durchaus nicht bildungsfern, das ist so ein gängiges Klischee.“

Eine Lücke im Viertel

Wenn es „Katzensprung“ ab Mitte Juli nicht mehr gibt, dann werde das sicher eine Lücke im Viertel reißen. Ob sie geschlossen wird? Elke Zepig wiegt den Kopf: „Ich würde es mit wünschen.“ Sie jedenfalls werde den kleinen und großen Kunden bis zum Schluss mit Rat und Tat behilflich sein.
Was macht kommt danach? „Ich weiß es noch nicht“, sagt die Katernbergerin. „Es ist schade, dass ich den Laden aufgeben muss, aber es wird sich schon was Neues finden. Mir hat es immer Spaß gemacht und ich gehe mit einem Lächeln.“
Orgel des Monats

"Was hier passiert, wird jeder hören"

"Orgel des Monats April 2017" in Essen-Katernberg

"Sein Gesamturteil über die Orgel führt der Unterzeichnende dahin zusammen, daß die Gemeinde zu einem recht mäßigen Preis ein Werk erhalten hat, welches in jeder Beziehung den an eine ausgezeichnete Orgel zu stellenden Anforderungen entspricht und auch vermögens seines stilvollen Prospektes der Kirche zur Zierde gereicht".

Wohlklingende Worte begleiteten die Inbetriebnahme der Orgel der Kirche in Essen-Katernberg vor 116 Jahren. Die Begeisterung über das Instrument, die in den gutachterlichen Zeilen des Solinger Musikdirektors Paul Hoffmann mitschwang, hat sich bis heute erhalten. Die Gemeinde lässt das durch den königlichen Hof-Orgelbaumeister Wilhelm Sauer aus Frankfurt/Oder erbaute Werk aufwändig restaurieren. Die Stiftung Orgelklang fördert die Maßnahmen für ihre "Orgel des Monats April 2017" mit 3.000 Euro. Und auch die Katernberger lassen sich nicht lange bitten, wenn es um Spenden für die Sauer-Orgel geht. "Man merkt das Herzblut", sagt Lothar Jorczik, der das Instrument im so genannten "Bergmannsdom" zehn Jahre lang nebenberuflich gespielt, und viele Aktionen zur Gewinnung von Spenden angestoßen hat.

Als da wären zum Beispiel die Orgelpatenschaften. "114 Patenschaften gibt es bisher", berichtet der selbständige Musiklehrer, sie bringen zwischen 20 und knapp 4000 Euro; "das ist schon sehr ordentlich". Auch die Kollekten von Trauerfeiern sind für die Instandsetzung der Orgel bestimmt, ebenso wie der Inhalt zweier Spendenpfeifen, die in der Kirche stehen und von Gottesdienstbesuchern ebenso gefüllt werden wie von dankbaren Touristen, die beim Besuch der nahe gelegenen Zeche Zollverein auch einen Einblick in den Bergmannsdom erhalten. Einmal im Jahr wird außerdem "jeder Tisch im Gemeindehaus mobilisiert", sagt Lothar Jorczik. Mehrere Tonnen Bücher und Tonträger werden dann darauf platziert und zum Verkauf angeboten. "1.200 Euro sind so beim letzten Mal zusammengekommen."

"Mäßige" 10.500 Mark hatte die Sauer-Orgel die Gemeinde nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1901 gekostet. Das Sauersche "Opus 846" mit dem eindrucksvollen Prospekt aus dunkel gebeiztem Kiefernholz besaß ursprünglich 29 Register. Zwei Mal wurde das Instrument umgebaut, insbesondere im Jahr 1965 erfuhren Disposition und technische Einrichtungen weitreichende Veränderungen. Dem Zeitgeschmack entsprechend wurde die Orgel damals vollständig barockisiert.

Als eine von nur noch wenigen Vertreterinnen des spätromantischen Orgelbaus soll die Sauer-Orgel nun nicht nur technisch überholt, sondern auch auf ihre romantische Disposition zurückgeführt werden. Der Startschuss für den wichtigen diesjährigen Sanierungsschritt im "Bergmannsdom" steht unmittelbar bevor. Nachdem die Orgel in vorausgegangenen Bauabschnitten aufwändig gereinigt, und das Schwellwerk in Funktion und originaler Sauerscher Disposition aus dem Jahre 1901 wiederhergestellt wurde, soll es nun um das Hauptwerk des Instruments gehen. Während alle bisherigen Maßnahmen sich noch nicht für jeden und jede hörbar ausgewirkt hatte, ist der aktuelle Bauabschnitt ein Riesenschritt nach vorn: "Danach werden 27 von 29 Registern der ursprünglichen Disposition wieder uneingeschränkt spielbar sein", sagt Lothar Jorczik. "Was in diesem Jahr passiert, wird jeder hören".